Auswirkungen des Brexits auch auf die Luftfahrt

2. April 2019

Der Brexit verunsichert die gesamte Wirtschaft, die Luftfahrt ist hiervon natürlich nicht ausgenommen. Britische Airlines sorgen schon seit der ersten Abstimmung im Jahr 2016 für den Ernstfall eines Do-Deal Brexits vor. EasyJet gründete zum Beispiel die österreichische Tochtergesellschaft EasyJet Europe für den Fall der Fälle.

Die Briten scheinen sich einfach nicht einig zu werden. Am Montagabend den 1. April 2019 wurden erneut alle vier Brexit-Vorschläge abgelehnt und nein, es sollte kein schlechter Aprilscherz sein. Nach all diesen Turbulenzen scheint ein harter Brexit immer wahrscheinlicher. Dieses Szenario fürchten vor allem die britische Airline EasyJet und die irische Konkurrentin Ryanair. Die Vorbereitungen für den Ernstfall sind hier im vollen Gange.

Brexit EasyJet Europe Ryanair Folgen für Airlines

 

Besonders problematisch für Airlines: Ownership and Control

Die EU stellt Fluggesellschaften nach dem Brexit vor eine neue Verordnung. Diese besagt, dass Airlines, deren Anteile nicht zu mindestens 50% +1 von Eigentümern aus der EU kontrolliert werden, ihr Recht verlieren werden, kommerzielle Flüge innerhalb der EU durchzuführen. Davon betroffen sind TUIfly, die Thomas-Cook Group und auch Ryanair, sowie EasyJet.
Um diese Vorgaben zu erfüllen versuchen die beiden letzteren Airlines nun das Stimmrecht von einigen britischen Anteilseignern zu entziehen, sodass der Großteil der Anteile nach dem Brexit in europäischer Hand liegen. Für EasyJet ist dieser Schritt einfacher, als für Ryanair, da EasyJet bereits zu 49,9% von europäischen Anteilseignern kontrolliert wird. Die beiden Low-Cost-Riesen haben circa bis Weihnachten diesen Jahres Zeit, den Vorgaben der EU gerecht zu werden, um ihre EU-Lizenzen erhalten zu können.

Es bleibt jedoch unklar, ob allein die Entziehung von Stimmrechten ausreichen wird, um die EU-Richtlinie zu erfüllen.

EasyJet Europe hebt für Mutterkonzern ab

Eine weitere Vorkehrung, die EasyJet bereits 2017 traf, war die Gründung einer Tochtergesellschaft in Österreich. EasyJet Europe ist momentan die größte Fluggesellschaft Österreichs, sogar noch vor Austrian Airlines.
Gegründet wurde die Airline, um auch nach dem Brexit weiterhin Flüge in der Europäischen Union anbieten zu können. Bis Ende März diesen Jahres flog EasyJet Europe im Streckennetz der Muttergesellschaft, mit dem Sommerflugplan 2019, welcher am
31. März startete, fliegt EasyJet Europe nun unter den eigenen Flugnummern EC bzw. EJU, zuvor wurden die Flüge unter denselben Flugnummern (U2/EZY), wie der Mutterkonzern geführt.
Mit 135 Airbus Maschinen und einer eigenen Fluglizenz wird EasyJet Europe nach dem endgültigen Ausgang des Brexits eine wichige Rolle für den Flugbetrieb innerhalb der Europäischen Union spielen.

Auch in der nicht-europäischen Schweiz lässt sich eine Tochtergesellschaft von EasyJet finden. Mit EasyJet Switzerland und EasyJet Europe wurde somit ein beachtliches Netzwerk aufgebaut.

Trotz all dieser Maßnahmen und auch wenn bereits garantiert wurde, dass selbst bei einem No-Deal Brexit weiter geflogen werden darf, sind viele Passagiere verunsichert. EasyJet beklagte die Zurückhaltung und den Rückgang an Buchungen von europäischen Fluggästen. Das Unternehmen fürchtet deswegen auch Umsatzeinbußen.

Prüfen Sie jetzt Ihren Flug kostenlos!

Wenn Ihr Flug mehr als 3 Std. verspätet ist, annulliert oder überbucht wurde, können Sie einen Anspruch auf bis zu 600€ pro Person haben. Erfahren Sie jetzt, wie viel Ihnen zusteht!

In wenigen Minuten erledigt Kein Kostenrisiko Erfolgsquote über 97%