158 Drohnensichtungen im Jahr 2018 - ernstzunehmende Gefahr

21. August 2019

Gefahr durch Drohnen am Flughafen

158 Drohnensichtungen im Umfeld deutscher Flughäfen im Jahr 2018 und damit ein neuer Rekord. Vor allem nach den Drohnen-Vorfällen am londoner Flughafen Heathrow und am frankfurter Flughafen im Jahr 2019 ist klar, das Gefährdungspotenzial wächst weiter und die nationale Drohnenverordnung scheint nicht genug zu sein, um die Gefahren für den zivilen Luftverkehr abzuwenden. 

 

 

Laut der Drohnenverordnung des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrahrstruktur gibt es klare Regelungen darunter unter anderem ein Betriebsverbot “In Kontrollzonen von Flugplätzen (auch An- und Abflugbereiche von Flughäfen)” für Drohnen. Doch trotz dieser Regelungen und Verbote für Drohnenbesitzer*innen wurden im Jahr 2019 bereits zwei Mal aufgrund von Drohnensichtungen ganze Flughäfen lahm gelegt. Im Januar diesen Jahres wurden wegen einer Drohnensichtung am Flughafen Heathrow in London vorübergehend alle Abflüge gestoppt. Auch in Deutschland musste am 9. Mai 2019 zwischen 7:21 Uhr und 8:18 U der Flugverkehr in Frankfurt eingestellt werden, da mehrere Zeugen*innen von einer Drohne im Umfeld des Flughafens berichteten. 

Da sich Drohnen den Luftraum mit der bemannten Luftfahrt teilen, gehen von ihnen durchaus Gefahren aus. Luftverkehrsexperten fordern strengere Regularien durch Politik, vor allem sollen durch präventive Maßnahmen Vorfälle wie die oben genannten, erst gar nicht entstehen. Drohnenortung und -verifikation soll verbessert werden. Im Falle einer Kollision zwischen Bauteilen einer Drohne und dem Cockpit eines Flugzeuges bei hohen Geschwindigkeiten, könnten die Folgen katastrophal sein. Abgesehen hiervon sind auch terroristische Absichten denkbar. 

 

Wie reagieren die Flughäfen

Technisch ist es theoretisch bereits möglich, durch spezielle Systeme eine Drohnenabwehr rund um die Flughäfen zu installieren. Jedoch wurde dies bisher von noch keinem größeren Verkehrsflughafen in die Realität umgesetzt. Der Grund hierfür liegt natürlich in den Kosten. Systeme wie diese würden Ausgaben von mehreren Millionen Euro zur Folge haben. Bisher sind sich Flughafenbetreiber und Polizeibehörden immer noch uneins bezüglich der Zuständigkeit und somit des Trägers der Kosten. 

Luthansa Chef Carsten Spohr sieht beispielsweise ganz klar Politik und Polizei in der Verantwortung für die Installation solcher Systeme für den zivilen Luftverkehr. Seiner Meinung nach sei es vor allem wichtig ein Signal an Drohnenbesitzer*innen zu senden, die mit dem Gedanken spielen ihre Drohne in der Nähe eines Flughafens starten zu lassen.