Schlechte Quartalszahlen bei Lufthansa, Air France-KLM und IAG

13. Mai 2019

 

Die drei großen Airline-Gruppen Lufthansa, Air France-KLM und International Airlines Group (British Airways, Iberia, Vueling, Aer Lingus) starteten turbulent in das erste Quartal 2019. Die drei größten Luftfahrtkonzerne Europas verzeichneten alle schlechte erste Quartalszahlen für 2019.

Wie Aviclaim bereits berichtete, begann das Jahr 2019 mit Startschwierigkeiten für Air France-KLM, der Konzern verzeichnete einen 75% höheren Verlust in 2019 im Vergleich zum gleichen Zeitraum in 2018.
Anlaufschwierigkeiten zeigen sich auch bei den beiden anderen großen europäischen Luftfahrtskonzernen Lufthansa und International Airlines Group (IAG), zu der British Airways, Iberia, Vueling und Aer Lingus zählen. Die finanziellen Ergebnisse seien vor allem von steigenden Treibstoffkosten und Kapazitätsausweitungen gedämpft worden. Auch ein stärkerer Preisdruck und ein verhältnismäßig spätes Ostergeschäft führten zu eher schlechten Ergebnissen im ersten Quartal 2019. Auch wenn Lufthansa, Air France-KLM und IAG ihre Umsätze im Vergleich zum letzten Jahr zwar steigern konnten, bleibt jedoch schlussendlich jeweils weniger als im Vorjahr nach Abzug der Kosten übrig.
Die Lufthansa erzielte mit 7,9 Milliarden Euro im ersten Quartal 2019 immer noch die höchsten Erlöse der drei Airline Riesen. Gefolgt von Air France-KLM mit sechs Milliarden Euro und IAG mit 5,3 Milliarden Euro, was einem Plus von rund sechs Prozent für IAG im Vergleich zum vergangenen Jahr entspricht.

Die negativen Quartalsergebnisse sprechen für sich. Nur IAG konnte einen kleinen Gewinn, von 70 Millionen vor Steuern erzielen, das entspricht jedoch 63% weniger Gewinn als noch in 2018. Lufthansa kommt auf einen Verlust von 226 Millionen Euro vor Steuern, somit ein um 52 Millionen Euro höherer Verlust als im Vorjahr. Air France-KLM verzeichnet einen Quartalsverlust von 320 Millionen Euro ( um 51 Millionen Euro höherer Verlust als 2018).
Alle Unternehmen erklären die hohen Verluste bzw. die schlechten Quartalszahlen durch zum einen das fehlende Ostergeschäft, zum anderen höhere Treibstoff- und Währungskosten und durch branchenweite gestiegene Kapazitäten in Europa.

Die drei Unternehmen sind unterschiedlich optimistisch, was den weiteren Verlauf des Jahres 2019 angeht.
Lufthansa rechnet trotz Anlaufschwierigkeiten mit einer Umsatzsteigerung im mittleren einstelligen Bereich. Eurowings soll dieses Jahr jedoch nicht weiter wachsen. Im letzten Jahr kam es durch die Übernahme von Air Berlin Strecken und dem damit entstandenen Kapazitäts-Wachstum zu massiven Flugverspätungen und Flugausfällen. Gegen Eurowings wurden so viele Klagen eingereicht, wie noch nie, dies verursachte hohe Summen an Entschädigungszahlungen für den Lufthansa Konzern.
Air France-KLM rechnet mit einem Wachstum von zwei bis drei Prozent bei den Passagierzahlen, bei Billigtochter Transavia sind sogar zehn Prozent geplant. Die International Airlines Group sieht die Planzahlen für das Gesamtjahr 2019 durch den verhältnismäßig schlechten Start nicht gefährdet.

Zusammenfassend gibt es für das Jahr 2019 viele Faktoren, die auf die Luftfahrtbranche einwirken, einige davon liegen auch außerhalb der Kontrolle der Airlines. Allem voran sind das die unsicheren Umstände bezüglich des Brexits, weiter steigende Rohölpreise oder Probleme der Flugsicherung durch Personalengpässe sowie weitere Streiks des Flughafenpersonals oder der Piloten.

Es kam bereits zu einem Pilotenstreik bei Scandinavian Airlines und einem Streik der Flugsicherheitskontrolle in Frankreich.

 

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