Lufthansa klagt gegen No-show Passagiere

4. April 2019 

Schnäppchenjäger aufgepasst, wer um zu sparen, Flüge nicht wie gebucht antritt, muss vielleicht bald schon mit einer Klage von Lufthansa rechnen. Die Now-show Passagiere sind der größten Airline Europas ein Dorn im Auge.

Wer fliegt nicht gerne zu Spottpreisen rund um die Welt? Auf der Suche nach dem günstigsten Preis sollten sich Kunden in Zukunft jedoch vorsehen. Lufthansa will stärker gegen sogenannte “No-show” Passagiere vorgehen, was teuer für die Flugreisenden werden kann. Es gibt einige Tricks, mit denen sich erfahrene Vielflieger die günstigsten Preise ergattern. Manche Passagiere kennen die Tariftricks genau und buchen so zum Beispiel nach dem “Cross Border Selling” Verfahren. Ein Beispiel: Eigentlich werden nur der Hin- und Rückflug zwischen Frankfurt und Los Angeles benötigt, um aber Geld zu sparen, wird ein Langstrecken-Flug von St. Petersburg nach Los Angeles, mit Zwischenlandung in Frankfurt gebucht. Das ist günstiger und die Teilstrecke zwischen St. Petersburg und Frankfurt wird einfach nicht angetreten. Lufthansa ging gerichtlich gegen so einen ähnlichen Fall vor und verklagte einen ihrer Kunden auf eine Nachzahlung von 2.100 €. Diese Klage ist aber bereits im Dezember letzten Jahres gescheitert, Lufthansa bleibt jedoch hartnäckig und hat Berufung gegen das Urteil eingelegt.

Im besagten Fall buchte der Passagier Flüge in folgender Reihenfolge:
Oslo ➤ Frankfurt ➤ Los Angeles  ➤ Frankfurt ➤ Oslo

Auf seiner Rückreise flog er dann wie folgt:
Los Angeles ➤ Frankfurt ➤ Berlin

Für den Flug nach Oslo buchte er ein Oneway Ticket von seinem Heimatort Berlin. Mit einem anderen Oneway Ticket flog er zurück nach Berlin und nicht nach Oslo. Lufthansa klagt nun, da er den Flug Frankfurt  ➤ Oslo nicht angetreten hat und somit für dieses Flugsegment als No-show Passagier gilt. 

Lufthansa verklagt no-show passagiere


Die Now-show Klausel

Im Moment ist die Rechtslage für No-show Passagiere noch ziemlich eindeutig. Airlines dürfen den Flugpreis “nachberechnen”, sollten die Kunden vorsätzlich gewisse Flüge nicht angetreten haben. Die Fluggesellschaften kennen die meisten Tariftricks ihrer Kunden, auch etwa das so genannte “Cross-Ticketing”. Hin- und Rückflug am selben Tag für beispielsweise Geschäftsreisen sind bekanntlich teurer, aus diesem Grund buchen manche Passagiere einfach zweimal Hin- und Rückflug und legen die Flugzeiten so, dass sie den Hinflug der einen Buchung für morgens und den Rückflug der anderen Buchung für abends am selben Tag nutzen können. Die nicht benötigten Flugsegmente werden einfach nicht angetreten.

Wer jetzt denkt, dass das eine gute Idee ist, sollte vorsichtig sein. Fluggesellschaften können für solche Fälle Nachzahlungen im
4-stelligen Bereich fordern und sind damit dank der Now-show-Klausel im Recht.
Nur wer seine Flüge aus unvorhergesehenen Gründen nicht antreten kann, kann sich eventuell der Nachzahlung entziehen, jedoch nur auf dem Rechtsweg, die Airlines zeigen hier kein Entgegenkommen.

Die Now-show-Klausel alarmiert EU-Verbraucherschützer schon seit einiger Zeit, wie Aviclaim bereits berichtete.

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