Ryanair übernimmt Malta Air

19. Juni 2019

Die irische Fluggesellschaft Ryanair übernimmt die maltesische Tochter Malta Air, nicht zu verwechseln mit der nationalen Airline Air Malta. Künftig sollen zahlreiche Jets aus dem Ausland in Malta registriert werden, vor allem Steuergründe stecken scheinbar hinter dieser Maßnahmen.

Die irische Billigairline Ryanair kündigte Anfang des Monats an, dass sie die maltesische start-up-Partnerin Malta Air übernehmen wird. Die Flotte von Malta Air, welche aus sechs Boeing-Maschinen und rund 200 Crew-Mitgliedern besteht, wird somit an die Iren verkauft. Die Flotte vor Ort soll insgesamt aufgestockt und optimiert werden, Ryanair plant die Flotte mit zehn weiteren Fliegern und rund 350 neuen MitarbeiterInnen zu erweitern. Auch das Ummelden von in Deutschland, Frankreich und Italien stationierten Flugzeugen, sowie deren Besatzung ist im Gespräch. Als Hauptgrund für diese Maßnahme nennt Ryanair einen dadurch scheinbar entstehenden Vorteil für die MitarbeiterInnen. Bislang müsse die Besatzung, der Irland gemeldeten Flugzeuge, ihr Einkommen ebenfalls in Irland versteuern, durch die Ummeldung sei eine Besteuerung der Einkommen in den Heimatländern möglich. Deshalb plant Ryanair Chef Michael O´Leary in den kommenden Jahren weitere 50 Maschinen in Malta zu registrieren. Malta Air soll in Zukunft alle Ryanair-Flüge auf der Mittelmeerinsel, sowie mehr als 60 Ziele in Europa und Nordafrika übernehmen.

Ryanair arbeitet bei diesem Projekt auch eng mit der maltesischen Regierung zusammen, diese hält sogenannte “goldene Aktien” und somit ein Vetorecht im Falle eines Verkaufs von Malta Air. Malta ist teilweise abhängig von Ryanair und durch die jetzige Zusammenarbeit erhofft sich die Regierung außerdem, dass der Tourismus angekurbelt wird.

Versucht Ryanair durch Malta Air Tarifverträge zu umgehen?

Im vergangen Jahr kämpfte Ryanair mit einigen Auseinandersetzungen mit Gewerkschaften in diversen europäischen Ländern, darunter eben auch Deutschland, Frankreich und Italien. Was zu gehäuften Streiks in 2018 führte. Mit einigen Gewerkschaften wurde auf Grund dieser Schwierigkeiten und den dadurch entstandenen unzähligen Flugverspätungen und Ausfällen, ein Tarifvertrag vereinbart. Diese Tarifverträge könnten umgangen werden, wenn bei dem Betriebsübergang an Malta Air der Beibehaltung von entsprechenden Vereinbarungen nicht zugestimmt wird. Überspitzt gesagt könnte Ryanair dann formell kündigen und die MitarbeiterInnen dazu aufrufen, sich um den bestehenden Job neu zu bewerben, da Malta Air dann jedoch noch keine Tarifverträge mit den Gewerkschaften abgeschlossen hat, könnte Ryanair teils bestehende Vereinbarungen umgehen. Dieser Vorgang wäre im Übrigen völlig legal.

Air Malta, Malta Air: Achtung Verwechslungsgefahr

Die Verwechslungsgefahr zwischen der neuen Ryanair-Partnerin Malta Air und der nationalen Fluggesellschaft Air Malta ist groß. Der maltesische Staat hat mit der nationalen Air Malta schon eine Fluggesellschaft, welche in Zukunft bestimmt der öfteren mit der neuen Malta Air (Ryanair) verwechselt wird. Vor allem da Ryanair auch eng zusammen mit Air Malta arbeitet. Abgesehen vom Namen werden die beiden Airlines jedoch höchstwahrscheinlich nicht in Konkurrenz miteinander stehen. Eine Analyse des Flugplanes zeichnet ab, dass künftig Kurz- und Mittelstrecken, wie Luqa-Hamburg eher von der neuen Ryanair-Tochter Malta Air und Langstreckenflüge von Air Malta abgewickelt werden. Gut möglich ist auch, dass auf lange Sicht wirklich kein Unterschied mehr zwischen Air Malta und Malta Air ersichtlich sein wird und die beiden sowieso schon ähnlich klingenden Fluggesellschaften eins werden.Auch die Gründe Maltas für die Beteiligung an einem zweiten Carrier sind ungewiss.

 

 

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