Ocean: Lufthansa ändert die Strategie

Die Lufthansa hat im Zuge der COVID-19-Pandemie seine Strategie grundlegend ändern müssen. Das alte Geschäftsmodell, das sich vor allem auf Business-Trips konzentrierte, funktioniert in der Post-Corona-Welt nicht mehr. Zu stark ist die Wirtschaftsleistung eingebrochen. Unternehmen haben zudem erkannt, dass man ungeheure Summen einsparen kann, wenn man ein Meeting in New York einfach in die Wohnzimmer der im Home Office arbeitenden Teilnehmer verlegt.

Die Wirtschaftsleistung in der Luftfahrtindustrie ist zwischen Januar und April 2020 um 76 % eingebrochen. Eine vollständige Erholung wird wohl noch lange auf sich warten. Daher muss sich nun auch die Strategie der Lufthansa erheblich ändern. Der Konzern muss sich grundlegend verändern. Die neue Marschrichtung der Lufthansa heißt "OCEAN".

Diesen Namen gibt die Kranich-Airline ihrem neuesten Projekt. OCEAN soll eine neue Tochter der Lufthansa Group sein. Der Flugbetrieb soll bereits im September seinen ersten Flug unter der Marke Eurowings ausführen. Das Besondere an OCEAN ist, dass es sich um keine eigenständige Fluggesellschaft handelt. Das heißt, dass OCEAN lediglich Flüge im Namen anderen Airline der Lufthansa Group ausführen wird.

OCEAN soll ein Ferienflieger werden. Weg von Geschäftsreisen, hin zu Freizeitflügen. Die erklärung hierfür ist simpel: Den Business-Trip nach New York kann man sich zwar sparen, den Urlaub unter der mediterranen Sonne jedoch kann man nicht wirklich gut hinter seinem Monitor in einem digitalen Meeting verbringen. Es ist jedoch nicht einfach, mit einer in Geschäftsreisen stark etablierten Fluggesellschaft plötzlich in das Feld "Leisure" zu expandieren. Immerhin lassen sich Geschäftsreisen besser bezahlen; die Einnahmen pro Ticket eines Ferienfluges sind im Schnitt um ein Fünftel geringer. 

Trotzdem soll OCEAN ein Erfolg werden. Geldeinsparungen sollen sich durch flexiblere Arbeitsverträge und einem ausgedünnten Vertrieb ergeben. Das birgt enormes Potential für die gebeutelte Kranich-Airline. Die Frage ist lediglich, ob sich dieses Potential auch in ein gut funktionierendes Geschäftsmodell umsetzen kann.